Packliste Hüttentour
Vom NanoPack-Team · Aktualisiert am · Mit offiziellen Quellen abgeglichen
Was du für eine Hüttentour einpackst: Eine Hüttentour ist eine mehrtägige Wanderung von einer bewirtschafteten Hütte zur nächsten, mit Halbpension und einem Bett, deshalb bleiben Zelt, Kocher und die Verpflegung für die ganze Woche zu Hause. Auf vielen Hütten ist ein Hüttenschlafsack Pflicht, Decken und Kissen stellt die Hütte. Nimm deinen Alpenvereinsausweis mit, denn Mitglieder zahlen pro Nacht weniger und sind bei Bergunfällen versichert, und genug Bargeld, weil viele Hütten keine Karte nehmen. Reservier deinen Schlafplatz, vor allem in der Hochsaison. Dazu gehören eingelaufene Bergschuhe, das Schichtsystem aus Merino, Fleece und Hardshell, Sonnen- und Regenschutz, eine Stirnlampe, ein Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster und ein Tagesrucksack mit 30 bis 40 Litern, den du jeden Tag selbst trägst. Für eine Alpenüberquerung gilt dieselbe Liste, für den Jakobsweg brauchst du zusätzlich einen Pilgerausweis für die Herbergen.
Hüttentour: das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Tagesrucksack mit 30 bis 40 Litern, du trägst alles selbst
- Hüttenschlafsack (Inlett), auf vielen Hütten Pflicht
- Alpenvereinsausweis für den Mitgliedspreis und die Bergrettung
- Bargeld, viele Hütten nehmen keine Karte
- Eingelaufene Bergschuhe mit gutem Profil
- Das Schichtsystem: Merino, Fleece und eine Hardshell
- Regen- und Windschutz für den Wetterumschwung
- Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster
- Eine Stirnlampe für den frühen Start und das Lager
- Trinkflaschen mit 1,5 bis 2 Litern
Eine Hüttentour dreht die Rechnung um, die du vom Camping kennst. Du gehst mehrere Tage am Stück, aber du schleppst weder Zelt noch Kocher noch das Essen für die ganze Woche, denn die bewirtschaftete Hütte gibt dir abends ein warmes Bergsteigeressen und nachts ein Bett mit Decke. Dein Rucksack wird dadurch leichter, als die meisten fürchten, und die Liste verschiebt sich weg von der Ausrüstung hin zu zwei Dingen: deinem Körper und dem Hüttensystem. Der Körper heißt eingelaufene Bergschuhe, ein Schichtsystem für den Wetterumschwung und ein Rücken, der jeden Tag alles selbst trägt. Das Hüttensystem heißt Hüttenschlafsack, Alpenvereinsausweis, Bargeld und ein reservierter Schlafplatz. Wer von einer festen Unterkunft aus nur tagsüber unterwegs ist, packt besser mit der Liste für den Wanderurlaub, und wer wochenlang mit Hostels reist, mit der fürs Backpacking. Diese hier ist für die Tour von Hütte zu Hütte.
Ausweis, Geld und Reservierung
- Alpenvereinsausweis (DAV, ÖAV oder AVS) · Mitglieder zahlen pro Nacht weniger und sind bei Bergunfällen versichert
- Bargeld · viele Hütten nehmen keine Karte, oft fehlt Empfang und Strom fürs Terminal
- Deine Reservierungsbestätigung · den Schlafplatz vorab reservieren, in der Hochsaison ist das oft nötig
- Personalausweis oder Reisepass
- Krankenversicherungskarte und ein Auslandsschutz für die Berge
- Ein Handy mit gespeicherten Notrufnummern · Euronotruf 112, in Österreich der Alpinnotruf 140
Rucksack und Schlafen auf der Hütte
- Ein Tagesrucksack mit 30 bis 40 Litern · du trägst alles selbst, also so leicht wie möglich
- Eine Regenhülle oder ein wasserdichter Packsack
- Packsäcke, um Kleidung und Inlett trocken zu halten
- Hüttenschlafsack (Inlett) · auf vielen bewirtschafteten Hütten Pflicht, Decken und Kissen stellt die Hütte
- Hüttenschuhe oder Crocs · leichte Schuhe fürs Haus, nicht jede Hütte stellt welche
- Ohrstöpsel für das Matratzenlager
- Eine Schlafmaske und eine kleine Stirnlampe fürs Lager
- Ein leichtes Reisehandtuch
Bergschuhe und das Schichtsystem
- Eingelaufene Bergschuhe · knöchelhoch und mit gutem Profil, vorher auf Tagestouren einlaufen
- Wandersocken ×3 · aus Wolle, plus ein trockenes Paar nur für die Hütte
- Ein Funktionsshirt (Merino oder Kunstfaser) ×2 · niemals Baumwolle
- Eine Fleecejacke oder leichte Isolationsschicht
- Eine Regenjacke (Hardshell), wind- und wasserdicht
- Eine Regenhose
- Eine schnelltrocknende Wander- oder Trekkinghose
- Eine warme Mütze, ein Schlauchschal und dünne Handschuhe
- Trockene Wechselwäsche für die Hütte
Sonnenschutz für die Höhe
- Sonnencreme mit hohem LSF · in der Höhe brennt die Sonne stärker
- Lippenbalsam mit LSF
- Eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz · Schnee und Fels reflektieren zusätzlich
- Ein Sonnenhut oder eine Kappe
- Ein Buff oder Halstuch gegen Wind und Sonne
Orientierung und Sicherheit
- Wanderkarte und Kompass, plus Offline-Karten am Handy
- Die Etappen und Gehzeiten deiner Route · plan nach Höhenmetern und Gehzeit, nicht nach Kilometern
- Eine Powerbank und ein Ladekabel · auf der Hütte ist Strom knapp
- Eine Stirnlampe und ein Ersatzakku · für den frühen Start vor Sonnenaufgang
- Wanderstöcke · sie schonen die Knie im langen Abstieg
- Ein Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster
- Eine Rettungsdecke oder ein Biwaksack
- Eine Trillerpfeife für das alpine Notsignal
Trinken und Verpflegung unterwegs
- Trinkflaschen oder eine Trinkblase ×1,5 bis 2 Liter · auf manchen Hütten ist das Leitungswasser kein Trinkwasser, dann kaufst du welches oder füllst an einer Quelle nach
- Eine Möglichkeit, Wasser aufzubereiten · ein Filter oder Tabletten für lange Etappen zwischen den Hütten
- Elektrolyt-Tabletten für lange, heiße Aufstiege
- Wandersnacks und Riegel für zwischendurch
- Eine Brotzeit für mittags unterwegs · die Hütte kocht abends und morgens, tagsüber gehst du
Körperpflege und Reiseapotheke
- Zahnbürste & Zahnpasta
- Eine kleine Seife oder ein Duschgel in Reisegröße · Duschen gibt es nicht auf jeder Hütte, oft nur Kaltwasser
- Ein Deo in Reisegröße
- Blasenpflaster und etwas Tape für die Füße
- Eine kleine Reiseapotheke · Schmerzmittel, Pflaster, Wunddesinfektion und Verbandsmaterial
- Deine eigenen Medikamente · in der Originalverpackung
- Handdesinfektionsmittel und ein paar Feuchttücher
- Toilettenpapier im wasserdichten Beutel
- Tampons oder Binden
Was du nicht einpacken solltest
- Ein Zelt · auf der bewirtschafteten Hütte hast du ein Bett mit Decke, das Zelt ist totes Gewicht
- Ein Kocher und Verpflegung für die ganze Woche · die Hütte kocht abends und morgens, du brauchst nur die Brotzeit für unterwegs
- Ein voller Schlafsack · auf der Hütte reicht der Hüttenschlafsack, Decken und Kissen sind da
- Baumwollshirts und Jeans · sie scheuern, saugen Schweiß und trocknen nicht, nimm Merino oder Kunstfaser
- Brandneue Bergschuhe · erst auf Tagestouren einlaufen, sonst gibt es Blasen ab dem ersten Aufstieg
- Zu viel Wechselkleidung · du trägst alles selbst, ein Satz zum Wandern und einer für die Hütte reicht
Was die Hütte schon stellt
Auf einer bewirtschafteten Hütte mit Halbpension. Deshalb bleiben Zelt, Kocher und das Essen für die ganze Woche zu Hause. Eine einfache Biwakschachtel oder eine Selbstversorgerhütte stellt weniger, also prüf deine Etappe vorher.
- Decken und Kissen im Matratzenlager und im Zimmer · deshalb reicht der Hüttenschlafsack statt eines Schlafsacks
- Halbpension: ein warmes Abendessen und ein Frühstück
- Getränke und Wasser, meist gegen Bezahlung
- Ein Waschraum, oft nur mit Kaltwasser
- Ein Trockenraum für nasse Jacken und Schuhe
- Manchmal Hüttenschuhe am Eingang
Pack-Tipps und typische Fehler
Hüttenschlafsack ja, Schlafsack nein
Bewirtschaftete Hütten stellen Decken und Kissen, und auf der Packliste des Deutschen Alpenvereins für die Hüttenübernachtung steht der Hüttenschlafsack ganz oben. Auf vielen Hütten ist das Inlett Pflicht, aus Hygienegründen. Ein leichtes Modell aus Seide oder Merino wiegt fast nichts und ersetzt den schweren Schlafsack komplett, denn warm hältst du dich mit der Hüttendecke. Nur wer auf einer unbewirtschafteten Selbstversorgerhütte übernachtet, braucht mehr.
Nimm mehr Bargeld mit, als du denkst
Viele Hütten liegen ohne Empfang und ohne stabile Stromversorgung, deshalb nehmen sie keine Karte. Rechne pro Tag mit der Übernachtung, der Halbpension, ein paar Getränken und der Brotzeit für unterwegs, und leg einen Puffer für eine Extranacht bei schlechtem Wetter drauf. Der nächste Geldautomat steht oft erst wieder im Tal. Wer mit leerer Geldbörse ankommt, steht auf der Hütte schlecht da.
Werde Mitglied, bevor du buchst
Der Alpenvereinsausweis lohnt sich fast immer: Mitglieder von DAV, ÖAV oder AVS zahlen auf den Hütten pro Nacht deutlich weniger und bekommen das Bergsteigeressen günstiger. Dazu deckt die Mitgliedschaft die Bergrettung weltweit ab, bei einem Bergunfall übernimmt der Versicherungsschutz die Bergungskosten bis zu 50.000 Euro, auch mit dem Hubschrauber. Ein paar Nächte auf der Hütte holen den Mitgliedsbeitrag schnell wieder herein.
Reservier den Schlafplatz und plan die Etappen ehrlich
Der Alpenverein empfiehlt, den Schlafplatz vorab zu reservieren, vor allem in der Hochsaison im Sommer, denn viele Hütten sind dann ausgebucht. Reservieren geht je nach Hütte online, telefonisch oder per E-Mail. Plan deine Etappen nach Höhenmetern und Gehzeit statt nach Kilometern, und brich früh auf, denn in den Alpen ziehen am Nachmittag oft Wärmegewitter auf. Jedes Kilo im Rucksack trägst du jeden Aufstieg mit, also lass im Zweifel etwas zu Hause.
Das Schichtsystem schlägt die eine dicke Jacke
Am Berg wechselt das Wetter schnell, und mit jedem Höhenmeter wird es kälter und windiger, während die Sonne stärker brennt. Zieh dich nach dem Schichtprinzip an: eine Basisschicht aus Merino, die den Schweiß abtransportiert, eine wärmende Fleece- oder Isolationsschicht darüber und eine wind- und wasserdichte Hardshell als Schutz. So regelst du deine Wärme im Aufstieg und im Abstieg, statt zwischen Schwitzen und Frieren zu pendeln. Eingelaufene Bergschuhe und Wanderstöcke gehören zum selben Paket.
Was am häufigsten vergessen wird
- Genug Bargeld, viele Hütten nehmen keine Karte und der Automat im Tal ist weit
- Den Hüttenschlafsack, ohne Inlett gibt es auf vielen Hütten kein Bett
- Den Alpenvereinsausweis, er senkt den Preis pro Nacht und deckt die Bergrettung
- Blasenpflaster, aufgeklebt bevor aus der Druckstelle eine Blase wird
- Ohrstöpsel für die Nacht im vollen Matratzenlager
Was viele hinterher vermisst haben
- Leichte Hüttenschuhe, um abends aus den Bergschuhen zu kommen
- Ein zweites Paar trockene Socken für den nächsten Morgen
- Wanderstöcke für die langen Abstiege auf die Knie
- Ein leichtes Inlett aus Seide oder Merino, das kaum wiegt
Häufige Fragen
Was gehört auf die Packliste für eine Hüttentour?
Ein Tagesrucksack mit 30 bis 40 Litern, ein Hüttenschlafsack, dein Alpenvereinsausweis und genug Bargeld, eingelaufene Bergschuhe und das Schichtsystem aus Merino, Fleece und Hardshell, dazu Sonnen- und Regenschutz, eine Stirnlampe, ein Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster und Ohrstöpsel fürs Lager. Zelt, Kocher und die Verpflegung für die Woche bleiben zu Hause, denn die Hütte gibt dir Bett und Halbpension. Du kannst die Liste hier abhaken oder als PDF ausdrucken.
Braucht man auf einer Hütte einen Hüttenschlafsack?
Ja. Auf bewirtschafteten Hütten stehen Decken und Kissen bereit, aber aus Hygienegründen ist ein Hüttenschlafsack, also ein Inlett, auf vielen Hütten Pflicht. Der Deutsche Alpenverein führt ihn auf seiner Packliste für die Hüttenübernachtung als Grundausstattung. Ein leichtes Modell aus Seide oder Merino wiegt kaum etwas und ersetzt den schweren Schlafsack, den du auf der Hütte nicht brauchst.
Wie viel Bargeld braucht man für eine Hüttentour?
Genug für jede Übernachtung mit Halbpension plus Getränke und die Brotzeit unterwegs, und einen Puffer für eine ungeplante Extranacht bei schlechtem Wetter. Viele Hütten nehmen keine Karte, weil Empfang und Strom fehlen, und der nächste Geldautomat steht erst wieder im Tal. Als Mitglied im Alpenverein zahlst du pro Nacht weniger.
Was braucht man für eine Alpenüberquerung?
Im Kern dieselbe Ausrüstung wie für jede Hüttentour: einen leichten Tagesrucksack, eingelaufene Bergschuhe, das Schichtsystem, Regen- und Sonnenschutz, einen Hüttenschlafsack, den Alpenvereinsausweis und Bargeld. Auf einer mehrtägigen Route wie dem E5 von Oberstdorf nach Meran reservierst du die Hütten am besten vorab und hältst den Rucksack so leicht wie möglich, weil du jeden Tag alles selbst trägst.
Was gehört auf die Packliste für den Jakobsweg?
Vieles überschneidet sich mit der Hüttentour, aber der Jakobsweg hat eigene Punkte: Du brauchst einen Pilgerausweis, die Credencial, sonst nehmen dich die Pilgerherbergen nicht auf, und die Compostela in Santiago bekommst du am Ende nur mit den gesammelten Stempeln. Pack den Rucksack so leicht wie möglich, kümmer dich um gute Blasenpflege, und weil du viel auf Asphalt gehst, zählen bequeme, eingelaufene Schuhe mehr als schweres Bergzeug.